Nach frühem Schock jubelt M45 am Ende über LM-Bronze

Die Landesmeisterschaft der M45 stand für die SG zunächst unter keinem guten Stern. Die Generalprobe in der letzten Woche völlig verhunzt und nun gegen die besten Teams aus Niedersachsen – gespickt mit Ex-National- und Bundesligaspielern und obendrauf mit dem aktuellen Bundestrainer der Herrennationalmannschaft. Das konnte nicht gut ausgehen.

Aber wie auch im Theater sorgte die verpatzte Generalprobe für ein befreites Auftreten der SG-Senioren. Gegen den amtierenden Deutschen Meister SV Moslesfehn startete Letter souverän und mutig. Gleich ein Ass von Kapitän Thomas Wollenweber und ein Ausball vom Moslesfehner Hauptangreifer sorgten nicht nur für die schnelle Führung, sondern auch für Selbstvertrauen. Der Abwehrblock mit Claus Wodtke, Andreas und Lutz Korniewicz stand sicher und entschärfte die immer wütender werdenden Angriffe des Favoriten. Wollenweber punkte bei Aufschlag und Rückschlag konsequent weiter, so dass die SG auf 8:5 davon ziehen konnte.

Aber dann der Schock: bei einer Abwehraktion verletzte sich Letters Hauptangreifer am Sprungelenk. Zwei Aufschläge konnte der Kapitän noch verwandeln, aber im Rückschlag ging nichts mehr und nach dem Satzverlust (10:12) gar nichts mehr. Die SG musste umstellen und Carsten „Rudi“ Ruddigkeit übernahm fortan Auf- und Rückschlag. Wodtke rotierte von der Abwehr in den Angriff – damit war das kleinste Angriffsduo der Meisterschaft perfekt.

Der Verletzungsschock saß aber noch tief und die SG-Senioren kamen nicht mehr in Schwung. Moslesfehn nahm sogar noch Druck raus, kam aber trotzdem zum sicheren Sieg.

Auch gegen den vielfachen Niedersachsenmeister SV Ruschwedel blieb die SG über weite Strecken chancenlos. Das aber brachte wertvolle Einsatzminuten für Matthias Nolte, Frank Seifert und Roger Giesecke, wie sich später erweisen sollte. Nach der Niederlage gegen Ruschwedel (0:2) ging es gegen den ebenfalls noch sieglosen Gastgeber TuS Essenrode noch um die Bronzemedaille und eventuell die Qualifikation für die Norddeutschen Meisterschaften.

Essenrode hatte in den ersten beiden Partien stark aufgespielt und Moslesfehn und Ruschwedel am Rande der Niederlage gehabt, ehe dann letztlich drei Sätzen jeweils verloren wurde.

Spürten die SG-Senioren, dass gegen Essenrode etwas möglich war. Man weiß es nicht, aber man sah es. Jeder wollte und einer wollte scheinbar unbedingt. Ruddigkeit wuchs förmlich über sich hinaus. Ass auf Ass und Rückschlagpunkt auf Rückschlagpunkt. Und auch Wodtke wollte dem nicht nachstehen und zeigte ungeahnte Angriffsschläge. Der erste Satz ging noch an die Gastgeber (14:12), die sich ihrer Sache nun zu sicher schienen – das wiederum beflügelte die SG-Senioren umso mehr. Die Abwehr stand sicher wie im ersten Satz gegen Moslesfehn und die beiden 1,70 m-Hünen im Angriff punkteten nach Belieben. Der erste Satzgewinn des Tages war schnell geschafft und kräftig bejubelt.

Essenrode war verunsichert und stellte seine Top-5 zurück aufs Feld, aber die SG-Senioren ließen sich davon nicht beirren. Auch nicht von einem 5:8-Rückstand. Denn Roger packte nun die Keule aus. Andere hätten den Ball aus 15 Metern vielleicht sicher übers Band geschoben, aber nicht Roger Giesecke: volley, volles Risiko auf der anderen Seite fast auf die Grundlinie, Punkt. Die Halle bebte und Essenrode erstarrte. Bei 10:10 war Letter wieder dran und nach drei abgewehrten Matchbällen verwandelte Rudi gleich den ersten zum Gewinn der Bronzemedaille – der Rest war Freude pur in grün.

Wir bedanken uns beim Gastgeber Essenrode für die Ausrichtung und Bewirtung und danken den Spielern des SV Moslesfehn für den geilen Support.

Zum Einsatz kamen: Roger Giesecke, Lutz Korniewicz, Matthias Nolte, Carsten Ruddigkeit, Frank Seifert, Andreas Tomm, Claus Wodtke und Thomas Wollenweber

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